Keine Partner? Keine Familie?

Verständnis und Unterstützung
adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 20 Sep 2006 13:50

Sooo hier meine Geschichte zum Thema.
Nach Aortaaneurisma und Nierenversagen + Hemiparese: die Ärzte Diagnose Lebenlang Rollstuhlfahrer/ oder Gehwägelchen und Dialyse Patient. So wurde ich nach 3x OP und 4 Monaten Reha (Anschlussheilbehandlung wurde 3x von der LVA, abgelehnt) mit den Worten (das bessert sich eh nicht mehr) entlassen. Ein 3/4 Jahr später habe ich die 10 Jährige Beziehung beendet, mit dem Versprechen das ich in allen Lebenslagen, mein Leben lang, Ihr Freund und Helfer bleibe (was bis Heute sehr gut klappt). Sie war ja auch Tag und Nacht für mich da. Diesen Entschluß kam weil ich Ihr im intensivem Gepräch mitteilte das ich nicht mehr der Typ (zb: Sportlich /Tänzer/ Spaziergänger) bin, den sie lieben gelernt hat.
Aber auch meine Gesundheitlichen Prioritäten sich im Vordergrung gestellt haben. Das was ich früher alles machen konnte, schaffe ich Heute davon nur noch etwa 30%.
Dementprechend sind auch meine Launen/ Unzufriedenheit.
Und umgekehrt hat sich Ihr Verhalten mir gegenüber auch gravierend geändert. Wir haben uns Schwerenherzens beidseitig auf die Trennung geeinigt. Was wir beide jetzt nach 6 Jahren Trennung als die 100% richtige
Entscheidung bestätigen. Und wir haben beide neue Partner. Die uns so kennengelrnt haben wie wir jetzt sind.

Liebe Grüße Danny

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 20 Sep 2006 13:50

Hallo ihr Lieben,

hier meine Geschichte. Ich bin 22 und habe auch das Marfan Syndrom seit ich denken kann. Bin 186 groß, 2 Trichterbrust OP´s, Skoliose OP (von oben bis unten versteift), Augen betroffen (werde auch bald operiert), Aortenerweiterung (muss aber noch nicht operiert werden) und noch vieles mehr :D ... Hatte bis jetzt 2 Beziehungen, wenn man das so nennen kann... die längste ging nach 9 Monaten in die Brüche.. Ich gebe die Hoffnung langsam wirklich auf. Ich selbst wunder mich noch nichteinmal, dass ich keine Beziehung führe. Ich bin noch jung und schon so eingeschränkt. Die meisten Männer suchen keine Frauen die später vllt ein Pflegefall sein werden. Ich selbst finde mich hässlich und nicht gut genug. Im Moment geht wirklich alles den Bach runter. Täglich schmerzen erschweren das Leben und dann muss man das alles noch alleine durchstehen. Wir sind auch nur Menschen mit Gefühlen, die sich nach einer Beziehung sehnen.Andererseits habe ich auch angst vor einer Beziehung. Wenn man sich das erste mal näher kommt muss man direkt wieder alles erklären. Woher sind die ganzen Narben? Da hat man schon wieder keine Lust wen kennenzulernen. Diese Komplexe sind schrecklich... Momentan denke ich darüber nach mein Studium abzubrechen, bin sehr antriebslos und würde am liebsten nur zu Hause rumliegen. Ich denke mir dann, wieso noch studieren? Werde ich später überhaupt arbeiten können? Vllt ist morgen auch alles schon vorbei. Ich hoffe diese depressive Phase vergeht bald, ich halte es so wirklich nicht mehr aus. Nur leider komme ich nicht aus meinem Loch raus, so sehr ich es auch versuche. Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen?
Liebe Grüße und schöne Feiertage

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 20 Sep 2006 13:50

Moin Nicole,

also ich kenne das mit der Antriebslosigkeit, meine Gedanken drehten sich eigentlich auch nur darum, wie es in meinem Leben weitergeht und besonders, wird das überhaupt noch was mit mir.
Die Karrieren von meinen Freunden gingen alle richtig gut ab, sei es beruflich und familiär, die Planungen waren bei denen in vollem Gange. Naja und bei mir????????? Ich wusste das ich nicht mehr viel machen kann in einem Job, und dann eine Freundin, ach neeeeeeeeee, die wollte ich dann auch nicht, ich dachte eher daran, das ich wohl eher nur Balast in einer Beziehung bin, daher war ich lieber alleine mit meinen Problemen.

Na ok, also mit 30 Jahren war dann ende der Fahnenstange, mit fiesen Depressionen bin ich dann nach Bad Bramstedt gekommen, eine echt tolle Psychosomatische Klinik, die mich in meiner "hoffnungslosen" Situation wieder rausgeholt hat und mir neue Perspektiven geboten hat, berufllich wie privat.

Aber diese Hilfe habe ich echt gebraucht, ich bin jahrelang ohne Hilfe von Aussen durchs Leben geirrt, das hat mich echt Zeit gekostet. Daher wäre sowas vielleicht auch für dich. :)

Ach ja, ich als Kind ansich schon immer völlig Sportbegeistert, nur musste ich natürlich immer mehr mit dem Sport zurückfahren. :(
Und irgendwann habe ich es ganz gelassen, habe mich null mehr bewegt, hatte ja Angst das bei mir wieder irgendwas kaputtgehen könnte.

Aber das war in meinem Falle völlig falsch, mein Körper braucht einfach Bewegung, nicht mehr so viel wie früher, aber immerhin noch etwas, daher spiele ich noch Tischtennis, Badminton, fahre viel Fahrrad, spaziere gerne.
Denn das ist für meinen Körper und besonders auch für meine Seele gut.
Ein Arzt sagte mal zu mir, das Sport die beste Medizin ist. Naja wir Marfans haben es da ja nicht so leicht. Aber da ist schon was dran, Sport befreite meinen Kopf von seinen ganzen Gedankenwirrwarr rund ums Marfan Syndrom, man konnte also mal abschalten und sich "austoben".

Mir ist natürlich bewusst, das nicht jeder Marfan Patient das so umsetzen kann, aber das sind halt so meine Erfahrungen mit diesen doofen Depressionen, und sie haben mir sehr geholfen.

Bei Fragen bitte Fragen. ;)

Gruß Björn.

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