Erneute OP

Herz - Operation
adminmarfan
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Erneute OP

Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo ihr lieben,

2006 hatte ich eine schwere OP über mich ergehen lassen müssen wo einiges nicht ganz so gelaufen ist wie ich mir das erwünscht hätte.Lag damals 3 Monate im Krankenhaus auf Intensiv weil meine Lunge versagte und zum atmen bewegt werden musste.Es war eine OP an der Aorta asc. und es war ein geplanter Termin.

Jetzt steht mir nun eine erneute OP bevor. Die Aortenklappe muß ausgetauscht werden.Bekomme da eine künstliche Herzklappe.Die OP ist dringend notwendig da meine Herzkammer schon groß angeschwollen ist und die Klappe nicht mehr schliesst. Auch wurde festgestellt das die Mitralklappe nicht mehr richtig schliesst.

Wegen der letzten schlimmen Erfahrung von 2006 wo ich alles gerade so noch überstanden habe ist meine Angst nun sehr groß.Angst davor das meine Lunge wieder versagen könnte und angst auch vor der Beatmung mit der Cepap Maske.Dies Schmerzt ungemein und ist anstrengend.

Das OP Risko wäre sehr hoch und noch höher wie 2006 da ich zum 2.mal so eine OP überstehen muß.Dies meinten die Ärzte aber ich hätte keine andere Wahl da sehr lange das Herz nicht mehr die Kraft hat das zurück fließende Blut in die Herzkammer abzupumpen.



Wie verlief bei Euch eine solche OP? Wie verlief die Erholungsphase?Wie lange habt Ihr im Krankenhaus gelegen?

Wie geht es einen mit künstlicher Herzklappe? Fühlt man sich da besser?



Von Euren Erfahrungen zu lesen wäre ich sehr dankbar,da mir schon die Kniee zittern.Mein Termin zur Einweisung ins Krankenhaus ist am 13.1.11

Ich lasse mich in der Uniklinik Jena operieren.





Danke schon einmal und alles Gute für Euch!!



Liebe Grüße Roy

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo Roy,
wow, da hast du ja schon sehr viel hinter dir und ich kann dir sehr sehr gut nachfühlen, dass Deine Knie schlottern (bin auch schon 3x am Herzen operiert worden und mir ging es nach der letzten OP auch nicht besonders gut).

ABER:
meine 2.OP war die Aortenklappenop und ich muss sagen, dass es mir da erstaunlich gut und auch recht schnell gut gegangen ist.
Ich war insgesamt nur 3 Wochen im Krankenhaus und bin danach 4 Wochen auf Reha gewesen. Daheim hab ich mich dann damals noch 2 Wochen krankschreiben lassen bis ich wieder so in meinem Alltagrhythmus drin war und bin dann mit Wiedereingliederung in die Arbeit gegangen.

Mit der Klappe selbst hab ich keine Probleme und ich hab in der Reha die INR Selbstbestimmung gelernt, den Kasten dort auch bekommen und mach seitdem meinen INR Wert allein daheim, denn jedesmal zum Arzt will ich nicht gehen und so geht es mal nebenbei in einer Werbepause beim Fernsehen.

Die einzige kleine Nebenwirkung für mich war das Geräusch, das die Klappe macht aber auch das ist bei jedem verschieden und schon nach 2 Monaten hatte ich mich dran gewöhnt und hör es heute gar nicht mehr.

Ich drück dir auf jeden Fall alle Daumen die ich habe und wünsch dir alles gute für die OP - denke, dass so eine Aortenklappe in der heutigen Zeit kein Problem mehr sein dürfte und die Ärzte sind schon so gut geworden, dass ich da sehr positiv denke.

Alles Gute
Doris

adminmarfan
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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo Roy,

versuch Dir nicht soviel Sorgen zu machen, vmtl. wird es gar nicht mehr so schlimm wie das Erste Mal :-)
Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst um nach der OP wieder fit zu werden, auch wenn es ein halbes Jahr dauert oder länger. Ich war in der ersten Zeit nach den OPs gar nicht gut beinander, jedoch hat sich dies über die Zeit stetig gebessert - was bei Dir sicher auch der Fall sein wird !!!
Mit meinen 2 künstlichen Klappen (Aorta / Mitral) komme ich recht gut zurecht bzw. merke davon gar nichts (bis auf das "Ticken"). Ich möchte jetzt nicht sagen, dass es mir mit den Klappen spürbar besser geht, aber langfristig ist eine dichte Klappe sicher schonender für Dein Herz.
Ich weis nicht, ob Du bereits Marcumar einnehmen musst, mit einer künstlichen Herzklappe aber dann bestimmt. Dies zieht einige Einschränkungen nach sich, mit denen man aber auch klar kommt.

Sieh die OP bitte als Chance auf ein Leben mit mehr Sicherheit und dadurch mehr Freude.
Ich wünsch Dir alles Gute - geht bestimmt gut und melde Dich nach der OP!

Grüße, Robert

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Moin Moin,

also vor jetzt 10 Jahren hab ich auch eine künstliche Herzlklappe bekommen, das war aber auch meine erste Herz OP, und die verlief sehr gut.

Ich war gerade mal eine Woche im Krankenhaus, dann haben die mich schon rüber ins Reha Zentrum geschickt, ich dachte erst, das das doch viel zu früh ist. :)

Aber das war schon richtig so, ich musste dann 5 Wochen mich wieder einigermaßen fit machen, das klappte alles sehr gut.

Ich fühle mich mit der Klappe klaaaaar sicherer.

Und das "klappern" das mich ja seid dem begleitet, stört überhaupt nicht, ich bin ja sehr froh wenn ich das klappern höre, dann weiß ich das es noch geht. :)

Gruß Björn.

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo Roy,

ich bin selbst nicht betroffen, aber mein Mann und unsere Tochter.

Erst einmal möchte ich Dir vor allem Mut machen, dass alles gut laufen wird. Soweit ich gelesen habe sind die OP-s an der Aorta viel schwerer als die OP-s an den Klappen. Es muss also leichter sein diesmal. Versuche dich erst einmal von der Angst abzulösen, indem du dich als Beobachter deiner Situation vorstellst. Wenn du relaxiert bist, ist das für deinen Körper eine große Hilfe, denn Angst wirkt wie Stress, ist also schädlich. Versuche zu meditieren, indem du nur einen guten Ausgang vor dir siehst.

Wir drücken Dir heftig den Daumen

Maria, Marin und Dani aus Bulgarien

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Vielen,vielen dank für Euren zugesprochenen Mut.Dies werde ich mir zu Herzen nehmen!
Langsam habe ich mich mit der Situation abgefunden und die Angst ist nicht mehr so groß als wo mir dies von den Ärzten gesagt wurden.Habe zwar jedes mal bei einer Untersuchung damit gerechnet das die Ärzte sagen es muss eine OP gemacht werde.Es ist aber trotzdem dann irgendwie anders wenn es dann wirklich gesagt wird.
Das man die Herzklappe dann hört ,stört mich dann sicher nicht.
Dadurch mir bei der letzten OP einige Rippen entfernt und gekürzt wurden liegt mein Herz etwas frei und man sieht von außen wie es schlägt.
Bei Anstrengungen hört sogar die Person neben mir wie mein Herz schlägt.Also kein Problem.
Hoffe nur das ich dann nach der OP nicht wieder psychisch in ein tiefes Loch falle.
War damals komisch,statt froh zu sein das ich alles gut überstanden habe bin ich in tiefe Depression verfallen.Diese hielt fast 9 Monate an.Da gings mir echt nicht gut.Gerade ich,bin eigentlich immer ein gut gelaunter und positiv denkender Mensch und dann dies.
Wie dem auch sei,jetzt kommt erst einmal Weihnachten und da wird alles erst einmal zur Seite geschoben.
Ich möchte mich nochmals für Eure antworten danken!
Wünsche Euch natürlich selbst alles gute und eine schöne Vorweihnachtszeit!!!

Liebe Grüße Roy

adminmarfan
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Es ist bald soweit

Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo und alles gute fürs neue Jahr wünsche ich erst einmal!

Nun ist es ja bald bei mir soweit und am 13.01.11 muß ich in die Uniklinik Jena zur OP. Leider ist ja Dr.Franke nicht mehr dort tätig aber ich denke das ich den anderen auch 100% vertrauen kann.
Bei mir wird ja die Aortenklappe ausgetauscht.Mich würde mal interessieren ob diese OP eigentlich genauso aufwendig ist wie meine OP 2006.Da wurde mir ja der Aortenbogen ersetzt da ich eine Aneurysma der Aorta asc hatte.
Das Aneurysma war schon weit fortgeschritten.
Ist es möglich das man sich nach der OP wo die Herzklappe ausgetauscht wird schneller erholt als bei der anderen?Das die Herz-Lungenmaschine zum einsatz kommt macht mir schon bisschen angst.Hoffe das meine Lunge sich da besser erholt davonvon.
Weiß jemand wohin es danach zur Reha geht? 2006 konnte ich von dort aus nicht zur Reha da ich ja nach Erfurt verlegt wurde weil meine Lunge nicht so wollte wie ich.

Weiß jetzt nicht ob das alles jetzt blöde Fragen sind und ob ich die verständlich genug gestellt habe. Mir seih verziehen !

Bis dann und liebe Grüße Roy

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Lieber Roy,

der Ersatz des Aortenbogens ist in der Herzchirurgie einer der kompliziertesten und Eingriffe überhaupt (insb. da vom Aortenbogen die Gefässe für das Gehirn abgehen). Des Weiteren wird ein solcher Eingriff nur in speziellen Kliniken durchgeführt, da die Fallzahlen i.d.R. gering sind. Aus dieser Sicht betrachtet hast du das schlimmste, nämlich den Ersatz des Bogens schon überstanden. Das ist das Gute!
Bei mir wurde der Aortenbogen ebenfalls vor mittlerweile 2,5 Jahren ersetzt.

Der Ersatz der Herzklappe ist dahingegen ein Routineeingriff in der Herzchirurgie, der in allen Herzkliniken mit sehr hoher Fallzahl routiniert durchgeführt wird. Dieser Eingriff ist mit dem Ersatz des Aortenbogens nicht zu vergleichen.
Sicherlich ist es richtig, dass durch die Vor-OP das Risiko im Vergleich zu keiner Vor-OP erhöht sein mag, aber da Herzklappen auch bei Personen im hohen Alter ersetzt werden (z.T. mit >90 Jahren) haben auch viele dieser Leute bereits eine Vor-OP hinter sich. Ich kenne dein Alter nicht, aber wenn du noch unter 50 sein solltest, umso besser.

Ich will nicht sagen, das der Ersatz der Klappe ein Zuckerschlecken ist, aber im Vergleich zum Aortenbogenersatz ist es mit Sicherheit einfacher - sowohl die Operation an sich, als auch die Genesung. In der Uniklinik Jena bist du mit Sicherheit richtig aufgehoben, da die als Herzzentrum Klappen in grosser Fallzahlen ersetzen sollten.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du dich nach deiner OP wieder hier meldest!
Bist bald,
Tristan

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo,
danke dir Tristan für diese tolle Erklärung!Achja,ich bin 39 und soweit gehts mir auch ganz gut.
Nach dieser Beschreibung bin ich froh das es sich bei der jetzigen OP "nur" um einen austausch der Aortenklappe handelt.
Irgendwie bin ich jetzt auch froh das es bald soweit ist,denn die Wartezeit zuvor macht einen nur noch mehr verrückt.
Nochmals danke an alle die mir Mut zugesprochen haben.Ich werde mich nach der OP wieder melden!

Bis dann viele Grüße Roy

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Beitrag von adminmarfan » 08 Nov 2010 08:36

Hallo Roy,
ich weiß du bist gerade im Krankenhaus in Jena, aber wenn ich das hier alles so lese, dann könnte ich vieles auch auf mich überschreiben. Ich hatte zwar keine solchen großen Komplikationen, aber ich bin auch Jahrgang 1971, wurde im Juni 2006 in der Uniklinik Jena notoperiert, von Dr. Franke, wegen einer akuten Dissektion der Aorta thoracica, einem Aneurysma der Aorta aszendens und einer schweren Aortanklappeninsuffizienz worauf ich Prothesen bekam und meine Aortenklappe rekonstruiert wurde. Ein Aneurysma damals war fast 7 cm im Durchmesser und einen Tag zuvor war noch alles in Ordnung und ich lebte mein Leben. Ich muss jetzt am 21. Januar 2011 wieder zur Untersuchung nach Jena in die Thoraxambulanz, meine Klappe ist auch nicht mehr dicht und ich habe doch zunehmende Probleme mit Atem und Luftnot, einer doch deutlichen Leistungabnahme und auch meine Kardiologin ( Frau D. Masri Zada in Gera) hat dies schon als grenzwertig eingestuft, so das ich dies abschecken lassen möchte und hoffe das nicht noch mehr kommt. Daher hoffe ich das bei dir alles gut geht, du bald wieder zu hause bist und vielleicht dich mal meldest, du bist aus Gera, ich komme aus Lederhose ind er Nähe von Münchenbernsdorf.

LG Thomas

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