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Montag, 9. Dezember 2013, 21:19

Partner hat marfan aber kinderwunsch

Hallo zusammen,

ich bn neu hier und stell mich mal vor.
also ich bin 29Jahre alt und mein Partner 28!
nun ist es so er hat das Marfan und jetzt stellt sich
fuer uns die Frage ein kind ja oder nein. Wie habt ihr es geregelt was habt ihr gemacht?

Würde mich ueber Antwort freuen

lg,patis

Amanda

Anfänger

Beiträge: 1

Wohnort: Daldorf / Schleswig-Holstein

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Donnerstag, 12. Dezember 2013, 18:41

Kinderwunsch erfüllen

Liebe Patis,

erst einmal kurz etwas zu uns. Ich bin bereits 40 Jahre - mein Mann schon 53 !!! Jahre alt. Ich habe bereits zwei gesunde Kinder im Alter von 14 und 12 Jahren. Mein Mann hat KEINE eigenen Kinder.

Mein Mann hatte im Juni 2011 seine erste Aortendissektion - in einer Not-OP wurde die Aorta descendes durch eine Prothese ersetzt. In diesem Jahr hatte mein Mann bereits 3 OP's. In der 1. OP am 8.7. bekam er einen neuen Aortenbogen, künstliche Herzklappe und neue Halsschlagader. Im August ein kleiner Eingriff - die Aorta ascendes wurde mit einem Stent auf 20 cm abgedichtet. Am 8.11. eine weitere OP am offenen Brustkorb, eine Naht hatte sich gelöst, musste "gestopft" werden.

Nun zu unserem Kinderwunsch, viele Menschen werden uns nen Vogel zeigen, dass wir dieses Risiko eingehen. ABER 1. weiß man NIE ob ein Kind gesund sein wird oder nicht und 2. ist die Medizin heute schon so weit, dass man auch ein Kind mit einem genetischen Defekt gut versorgen kann.
Wenn unser Kind Marfan hätte - die Chance steht 50 % / 50 % - dann könnte man von klein auf die richtigen Untersuchungen durchführen und z.B. mit Beta-Blockern entgegen wirken.

Wann ist es richtig ein Kind zu bekommen , wann nicht ? Meine Frauenärztin meinte wir sollten es ruhig noch einmal versuchen (leider hatte ich durch den Streß 2 Fehlgeburten in diesem Jahr), mit den richtigen Ärzten und der richtigen Vorsorge fühle ich mich sicher.

Also liebe Patis - ran ans Baby

LG Amanda

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Freitag, 13. Dezember 2013, 11:05

Hallo Amanda,

erst mal danke und respekt an euch.
Ja das mit den 50% 50% weiss ich, und mein menne auch. Er hat nur angst das es wirklich so ist und dann schuld gefühle hat. Aber ich seh es auch so, wir wissen nicht was passiert. und vielleicht argern wir uns wenn wir es nie verucht haben.

danke patis

4

Donnerstag, 26. Dezember 2013, 00:09

Hallo liebe Patis,
die Chance, dass dein Kind dann Marfan haben könnte, besteht zu 50%. Leider weiß man vorher nicht, wie sich das Marfan dann bei dem Kind ausprägt (in dem Fall, wenn das Kind es dann auch hat). Selbst bei dem gleichen Gendefekt, kann sich das Marfan beim Kind wesentlich anders als beim Elternteil ausprägen. Dieses sollte man auch immer im Hinterkopf behalten. Das heißt z.B. wenn der Elternteil kaum kardiale Probleme hat und eher von den Augen her betroffen ist, kann das Kind starke kardiale Probleme haben. Andersrum kann das Kind auch so gut wie kaum betroffen sein. Eine Entscheidung, ob Kind "ja oder nein", sollte jeder für sich selber treffen. Im Vorfeld sollte man sich aber genügend informieren und sich ggf. auch bei Spezialisten beraten lassen (Marfan-Sprechstunde und Humangenetiker).
Marfan selber, ist aktuell nicht heilbar! Eine Behandlung mit Beta-Blockern oder Losartan kann Operationen (zeitlich gesehen) hinauszögern. Es kann schon sehr stark belasten, wenn Kinder betroffen sind. Ich selber habe 2 Kinder, von denen der Älteste (8 Jahre) Marfan hat.
Für eure Entscheidung wünsche ich alles Gute.
Ein Optimist steht nicht im Regen, er duscht unter einer Wolke.

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